Biografie

Charakteristisches

Eine kommunikative Spielhaltung, stilistische Offenheit, klangliche Vielfalt und ein voller, warmer Ton sind charakteristisch für den Schlagzeuger Peter Kahlenborn. Phantasievoll und auf persönliche Art vermischt er Jazz, Rock, Neue Musik- Einflüsse und archaische Klänge zu einem authentischen Sound.

Die Erweiterung seines Instrumentariums um Stimme, Flöte, Melodica, Glockenspiel oder Gitarre unterstreichen das ganzheitliche Verständnis eines Musikers, der das Schlagzeug als Melodie-, Harmonie- und Rhythmusinstrument gleichermaßen betrachtet.

Straighter Groove, Swing, abstrakte Klänge oder auch schlicht Stille werden zu gleichberechtigten Stilmitteln. Überraschende Wechsel zwischen zurückhaltendem, begleitendem Spiel und explosivem Führungsstil sorgen für Abwechslung und Intensität.

»Mit Peter Kahlenborn zu spielen, fühlt sich an wie eine Unterhaltung. Er ist ein wunderbarer Zuhörer und Erzähler zugleich.« (Pablo Held, Pianist)

Werdegang

Peter Kahlenborns' (1963)  frühe Einflüsse sind Mozart und Schubert. „Das“ Instrument seiner frühen Kindheit ist das Klavier. Erste musikalische Erfahrungen sammelt der junge Musiker im Umfeld von Schule und Pfarre: Im Alter von 9 Jahren komponiert er eine (Schul-) Messe, mit 11 Jahren folgt die erste Schallplattenaufnahme als Solist eines lokalen Schulorchesters.

Inspiriert von einem Big Band Live-Konzert entdeckt er seine Affinität zu Schlaginstrumenten, und das Interesse für Rock, Funk und andere populäre Musik. Erste Privatstunden erhält er bei Herbert Bings (HR Big Band), später als Schüler der Rheinischen Musikschule Köln, Unterricht bei den Schlagzeugern Edgar Fröhlich (Gürzenich Orchester) und Sperie Karas (WDR Big Band).

Während einer Jazz-Produktion der WDR Big Band lernt er Mel Lewis (USA) kennen. Der legendäre Bandleader, Vorbild des »musikalischen Schlagzeugers« par excellence, wird ein wichtiger Lehrer und Mentor. Mel Lewis’ klangbewusstes, sensibles Spiel weckt bei dem »Noch Sozialarbeit-Studenten« eine tiefe Liebe zu Jazz und Improvisierter Musik.

»I was quite taken with your video in a number of ways! You sound like a serious pro playing that music and like a top-shelf player! You were »cutting«, nailing the shit out of it!« (Jimmy Wormworth, Drums - Jazz legend)

Studium

Auf Vermittlung seines Mentors bewirbt sich Peter Kahlenborn erfolgreich an der Amsterdamse Hoogeschool voor de Kunsten (NL) und studiert ab 1988 bei Cees Kraanenburg, Marcel Serierse (Jazz) und Viktor Oskam (Klassik).

Masterclasses und Stipendium

1992 besucht er das Berklee Summer Camp in Perugia mit dem Paul Motian Trio feat. Bill Frisell und Joe Lovano. Die Begegnung hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck: Der klanglich, imaginäre Improvisationsstil des Trios eröffnet ihm neue Horizonte.

Nach Studienabschluss in den Niederlanden besucht Peter Masterclasses bei Jack DeJohnette, Dave Holland, Adam Nussbaum und John Abercrombie (USA), und studiert schließlich als Stipendiat der Paul Woitschach Stiftung (GEMA) Komposition an der Musikhochschule Köln bei Bob Brookmeyer (USA).

Associations

Anfang der 1990er Jahre spielt Peter Kahlenborn mit vielen Musikern der Kölner Szene wie Michael Heupel (fl), Paul Heller (ts), Dietmar Fuhr (b), Ingmar Heller (b), John Schröder (git), Achim Kaufmann (p), Peter Weniger (ts), Axel Dörner (tp), Christian Ramond (b), Norbert Scholly (git), Hendrik Soll (p) u.v.a..

Er macht Theatermusik, experimentiert mit verschiedenen Musikstilen von Frei Improvisierter Musik bis zu ethnischer Musik, und Bandformaten vom Trio bis zur Big Band. Ein fester Bestandteil seiner Aktivitäten in den Niederlanden bleibt die Zusammenarbeit mit Be Bop orientierten Bands. Gleichzeitig entwickelt sich eine intensive Beziehung zu dem Pianisten Chris Goessens. 

Ein anderer Schwerpunkt wird die Zusammenarbeit mit Sängerinnen, u.a. Celine Rudolph (GER), Mariana Sadovska (UA) und dem Vokalensemble »Kitka« (San Francisco/USA).

Erste CD-Aufnahmen mit Sebastian Gramss (b), Ole Schmidt (ts) und Carl Ludwig Hübsch (tb) entstehen, und in den folgenden Jahren erscheint Peter regelmässig auf Tonträgern des Ausnahmegitarristen Axel Hagen (NL) zu hören, u.a. mit Jazz Legenden wie Chuck Israels, John Ruocco und Lee Konitz (USA), siehe »Shop«.

Zehn Jahre lang ist er Schlagzeuger des Jarry Singla Trios - auch in dieser Formation entstehen mehrere CDs. Neben seiner Tätigkeit als Sideman unternimmt Peter Kahlenborn erste Gehversuche als Leader mit eigenem Repertoire, u.a. im Quartett mit Julian Argüelles (ts), Achim Kaufmann (p) und Christian Ramond (b), und im Trio mit Julian Argüelles (ts) und Simon Nabatov (p).

Es folgen Produktionen, Tourneen und Festival Konzerte mit Jimmy Halperin (USA) Ramesh Shotam (IN), Luluk Purwantu (ID), John Taylor (UK), Matthias Mainz, Claudius Valk, Peter Bolte, Achim Kaufmann sowie den Kollegen Sebastian Gramss, Jarry Singla, Celine Rudolph, Christian Ramond (GER) und mit dem Jürgen Friedrich Trio.

Tourneen und Festivals

Musikalische Projekte führen ihn in die Niederlande, die USA, nach Belgien, Frankreich, Polen, Mexiko, Dänemark, Marokko und Zypern.

Er spielt auf Events wie dem North Sea Jazzfestival, dem Euro Jazz Festival Mexico City, dem Festival »Jazzbez« Lviv (UA), dem Giving Voice Festival Wroclaw (PL), dem Jazzfestival Burghausen, dem Rudolstadt Musikfestival, der Cologne Jazz Night, dem Klaeng Festival, Winterjazz, der Musiknacht Köln oder dem Holstebro Jazz Festival (DNK).

Radio und Fernsehen

Peter Kahlenborn wirkt an diversen Fernseh- und Radioproduktionen, u.a. für den WDR, SWR, HR, ZDF, den Deutschlandfunk und Radio Bremen mit.

Forschungsreisen

Im Rahmen musikalischer Forschungsreisen besucht er Havanna (CUB), lernt in den USA Denkweise und Musik der Hopi kennen, und bereist mit den Sängerinnen Mariana Sadovska (UA) und Anna Lindblom (SWE) das nördliche Schweden auf den Spuren der Gesangskunst der Samen, dem traditionellen »Joik«.

Musikvermittlung

Im Rahmen seiner Arbeit als konzertierender Sideman fällt Peter Kahlenborn immer wieder auf, dass vielen Menschen die positive, freiheitsliebende Botschaft des Jazz verschlossen bleibt, einfach weil ihnen diese Musik in Schule und Medien nie begegnet.

Im Gegensatz dazu empfinden, einmal damit in Berührung gekommen, viele, oft sogar junge Menschen, eine starke Affinität zum Jazz. Sie verbinden damit Werte wie Authentizität und Innovation, und schätzen die vielfältigen Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung, und weil die »Sideman-Schuhe« gerade nicht mehr so recht passen wollen, konzentriert sich Peter Kahlenborn ab 2006 zunehmend auf musikpädagogische Projekte. 

Sein Anliegen ist es, Kindern und Jugendlichen früh zu ermöglichen, auf Augenhöhe mit international renommierten Musikern zusammenarbeiten. In den Folgejahren nehmen mehr als 300 Kinder und Jugendliche an Intensiv-Workshops und Musikprojekten mit Künstlern wie Robyn Schulkowsky, Joey Baron, Kenny Wollesen, Jeff Ballard (USA), Alex Acuña (PE), Alfonso Garrido (BR), Mariana Sadovska (UA) sowie Soumyojit Das und Biswajit Roy (IN) teil.

Im Rahmen seiner Musikschularbeit entwickelt Peter Kahlenborn das Konzept »Musikraum«, ein Angebot, innerhalb dessen Kinder und Jugendliche sich frei ausdrücken können, und Musik mittels Improvisation lernen - auf Wunsch auch verschiedene Instrumente parallel.

Ehemalige Schüler

Langjährige Schüler sind die inzwischen professionellen Drummer Demian Kappenstein (Masaa, Ätna), Mirko Kamo (Xavier Naidoo, Ron Williams, Julio Iglesias), der Keyboarder und Produzent Guido Craveiro (Dellé, Sebastian Sturm, SEEED), »Sewer Rats« Gitarrist und Sänger Christian Ginsbach oder der Musiker und Schauspieler Martin Küpper.

Während seiner 2 jährigen Dozententätigkeit an der Johannes Gutenberg Universität Mainz gehören inzwischen etablierte Schlagzeuger wie Silvio Morger und Axel Pape zu seinen Studenten.

Neuorientierung und Label

Erste Gehversuche als Komponist und Leader startet Peter bereits Ende der 90er Jahre im Quartett mit Julian Argüelles (sax), Achim Kaufmann (p) und Christian Ramond (b).  Aber erst 2013, wieder zunehmend als Musiker aktiv, debütiert er offiziell als Leader seines eigenen Trios auf dem renommierten Kölner »KLAENG« Festival. In diesem Ensemble mit den beiden Kölner Gitarrengrößen Ralph Beerkircher und Tobias Hoffmann konzentriert er sich seither auf die Verwirklichung eigener Musik. 2017 erscheint die aktuelle Trio CD »Vesica Pisces«.

Er gründet das neue Label »8.3 Musik«, und experimentiert intensiv mit neuen Formen der Gestaltung und Organisation von Musikevents Hand in Hand mit Musikerhörern.

Ein weiteres »Baby« ist das Projekt »Klangtraumfahrer«, eine meditativ konzertante Klangmassage, die der Zuhörer liegend genießt, und auf Wunsch sogar aktiv mitgestalten kann.

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Geteilte Freude - doppelte Freude

Viel Zeit, Leidenschaft und Geld ist in das Projekt geflossen.* Nun ist es fast geschafft: meine erste Trio CD erscheint! Sag wohin ich Dir Musik schicken soll, und Du bekommst 3 komplette Tracks in bester Audio Qualität kostenlos zum Download: Ralph Beerkircher (git), Echo Preisträger Tobias Hoffmann (git) und Myself (dm).

*  Danke Ralph Beerkircher, Tobias Hoffmann, Markus Braun, Anja Grote, Tobias Christl, Gerhard Richter, Peter Susewind, Eva Pöpplein, Thomas Ries, all den anderen und meiner ganzen Familie!