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Persönliche Eindrücke vom Musikschulkongress 2015 in Münster

Ganz schön viel Arbeit, aber lohnend wars: Der Kongress war inspirierend! Sozusagen »Vernetzung von Inspiration«.

Zunächst mal großes Lob an den Verband deutscher Musikschulen (VdM): perfekte Organisation,  aktuelle Themen!

Das Klima in Münster ist bestimmt von einer ansteckenden Aufbruchstimmung im Bereich Musikschule: viele Menschen mit Tatendrang und Ideen.

Kann es sein, dass »Musikschule« gerade im Begriff ist, sich zu neu (er-) finden? Erfreulich häufig wahrgenommene Schlagwörter sind: Inspiration, Verantwortung und Eigeninitiative.

Viele der Kongressthemen drehen sich um Fragen, die mir in meiner Arbeit als Musikschullehrer und Mitglied der Lehrervertretung regelmäßig begegnen.  Nachfolgend also mein Bericht, mit dem ich persönliche Inspirationen und wertvolle Infos teilen möchte.

Dazu habe ich eine Auswahl der besuchten Einzelveranstaltungen zu Kurzinfos zusammengefasst.

Veranstaltungsformate des Kongresses sind Workshop, Podiumsdiskussion, Impulsreferat und informativer Vortrag. Einen Überblick über alle Veranstaltungen gibt es hier. Weiterführende, interessante Veranstaltungshinweise sind am Ende des Beitrags aufgelistet.

Die freundliche Kongressatmosphäre bietet reichlich Gelegenheit zum Austausch mit Kollegen, Schulleitern, Hochschulprofessoren, Verbandsvorsitzenden, Initiativen, Musikliebhabern, Laien und Profimusikern aus dem gesamten Bundesgebiet.

In einer separaten Ausstellungshalle präsentieren Hersteller und Verlage neue Produkte: Blas-, Tasten-, Streich- und Orff-Instrumente, Perkussion, Neuentwicklungen wie Veeh Harfe (Video), Japanische Gank (Klangbeispiel hier) Noten, Lehrmaterial, verschiedene Software oder: den therapeutischen Klangstuhl.

Hmm … ein Genuss!

Im Gegensatz zu Event-Riesen wie der Musikmesse Frankfurt lässt sich hier ganz entspannt ausprobieren. An den Infoständen kommt man mit kompetenten Beratern ins Gespräch.

Zu den Workshops und Vorträgen gibt es jeweils ein Handout. Alle Handouts stehen nach Auskunft des Kongressbüros in Kürze auf der Webseite des VdM zum Download bereit.

Vortrag »Qualitätsmanagement Musikschule«

»Der Erfolg von Musikschulen ist künftig davon abhängig inwieweit sie in der Lage sind, sich weiter zu entwickeln«.

Referenten: Uwe Raschen, Leiter Jugendmusikschule Stade

Hermann M. Schnabel, Leiter der Musikschule Unterhaching

Diese Veranstaltung richtet sich, wie ich zu spät bemerke, an Musikschulleiter, was den Besuch aber nicht weniger interessant macht. Im Gegenteil.

Etwaigen Berührungsängsten mit dem Begriff »Qualitätsmanagement« wissen die Referenten gleich zu Anfang zu zerstreuen: im Mittelpunkt ihrer Begriffsdefinition steht der Mensch.

Das vorgestellte »Gesamtpaket Qualitätsmanagement« setzt sich aus einem durchdachten Mix von Analyseinstrumenten und Entwicklungskatalysatoren zusammen:

  1. die kostenfreie Anwendersoftware »GrafStat« für Musikschulumfragen und ihre Auswertung
  2. das modulare Fortbildungsangebot zur Musikschulentwicklung auf der Grundlage des so genannten »EFQM«
  3. die Betreuung der Implementierung des Qualitätssystems Musikschule (QsM)

Herr Raschen und Herr Schnabel beraten im Auftrag des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) bundesweit.

Alle drei Komponenten ermöglichen in Kombination eine zuverlässige Bestandsaufnahme. Hintergrund ist das vollständige Erfassen vorhandener Kapazitäten einer Schule und ihres Umfeldes. Auf dieser Basis kann Bestehendes geprüft und weiterentwickelt, und können ungeahnte Ressourcen entdeckt und mobilisiert werden.

Uwe Raschen: »Egal wie gut wir sind: niemand kann alles im Blick haben. Für nachhaltige Erfolge ist aber gerade entscheidend, jeden Winkel einer Musikschule zu erfassen«. Im Zentrum, so betont Herr Raschen, müsse dabei die spürbare Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters stehen. »Auf vieles kann ein Mensch verzichten: nicht aber auf Wertschätzung«.

Nur so, zeigt die Erfahrung, lässt sich ein eigenes Profil entwickeln, das den individuellen Bedürfnissen, Kapazitäten und Umständen vor Ort gerecht wird.

Der VdM bietet zu dem System umfangreiche Beratungen und Fortbildungen an. Angeboten werden auf Wunsch auch Beraterbesuche an Musikschulen vor Ort. Im Wesentlichen ist QsM ein Modell für Musikschulen auf Basis dessen, was die Europäische Gesellschaft für Qualitätsmanagement (EFQM) in Jahrzehnten erforscht hat.

Die Musikschule erwirbt dabei eine Lizenz zur Anwendung der Branchenversion für Musikschulen beim Bundesverband.

Inklusive ist eine Beratung in 5 Workshops, die je nach Musikschule  innerhalb von ein bis eineinhalb Jahren stattfinden.

Neu vom VdM angeboten wird künftig ein zeitlich flexibles „Modulares Fortbildungsangebot zur Musikschulentwicklung auf der Grundlage von EFQM“, bestehend aus sechs Fortbildungsmodulen, die einzeln oder aufeinander aufbauend bearbeitet werden können.

Geplant ist, dass Musikschulen hierbei pro Jahr ein oder auch zwei Fortbildungsangebote nutzen können. Ab dem Sommer werden zunächst die Musikschulen im Landesverband der Musikschulen in Mecklenburg-Vorpommern ein Modul in Form eines Pilotprojektes bearbeiten. Ausgehend von den dabei gewonnenen Erfahrungen wird der VdM dann ein Angebot für alle Musikschulen erstellen.

QsM scheint mir ein vielversprechendes Konzept. Das System kann auch von mehreren Musikschulen gemeinsam genutzt werden. Zur dahingehenden Vernetzung wird ausdrücklich angeregt.

Weiterführende Infos hierzu sowie über das »Pilotprojekt Mecklenburg 2015« sind über den VdM zu erhalten: VdM Bundesgeschäftsstelle, Claudia Wanner: Tel. 0228 / 95706-21,
E-Mail: wanner@musikschulen.de

Und jetzt Alle: Neue Musik mit Musikschulensembles

Variabel besetzte Ensembles spielen Musik von heute

Referent: Prof. Stephan Froleyks, Musikhochschule Münster

Internet: www.stephan-froleyks.de

Zur Einführung gibt Schlagzeuger und Komponist Stephan Froleyks ein kleines »Solokonzert« für 2 postkartengroße Steinplatten.

Über einen Zeitraum von mehreren Minuten – so lautet die Spielanweisung – ist eine gleichmäßige Spannung mittels Geräusch zu erzeugen. Instrumente sind frei wählbar.

Mit dieser Aufgabenstellung gibt er Einblick in mögliche Konzeptionen Neuer Musik, Vorgaben und gestalterische Freiheiten (Improvisation), seine persönliche Arbeitsweise und die Gedankenwelt des Komponisten.

Stephan Froleyks stellt verschiedene Werke Neuer Musik (Notenbeispiele) vor und referiert ihre Geschichte.

Die Kompositionen seines Handouts repräsentieren eine Auswahl typischer Aufgabenstellungen und Spielanweisungen. Die Werke sind bewusst im Hinblick auf ihre Eignung für das Musizieren mit Laienensembles bzw. die Musikschularbeit ausgesucht.

Doppelt nützlich finde ich, dass die Musik im Ergebnis ganz harmonisch bis völlig abstrakt klingen kann. So können nicht nur spieltechnische Fähigkeiten, sondern auch verschiedene Hörgewohnheiten berücksichtigt werden.

Insgesamt stellt Prof. Froleyks sechs verschiedene Werke vor, die von der Instrumentierung und Besetzung her variabel sind.

Die Stücke bieten dem Instrumentalisten die Möglichkeit sich nach eigenem Gestus und musikalisch sinnvoll einzubringen. Dabei lassen die Anweisungen genügend »Platz im Kopf«, um die entstehende Musik wirklich zu erleben.

Die Konzeption der Beispiele ist flexibel und ermöglicht die problemlose Integration unterschiedlicher Spielniveaus oder auch Altersgruppen in einer Gruppe.

Im Verlauf des Workshops probieren wir drei der Kompositionen unter Anleitung aus, mit unterschiedlich befriedigendem Ergebnis 😉

Das vielfältige Potential lässt sich aber erahnen, und bei entsprechender Vorbereitungszeit kann ich mir gut vorstellen, dass die Musik in verschiedensten Settings sehr gut funktionieren kann.

Bei Interesse an den Notenbeipielen bitte melden: peter@peterkahlenborn.de

Workshop »Erlebnisraum Jazz & Verwandtes«

Ideen für kleine und große Ensembles

Referent: Harald Rüschenbaum, München

Internet: www.haraldrueschenbaum.de

Den Workshop des Kollegen Harald Rüschenbaum finde ich besonders inspirierend. Harald Rüschenbaum ist profilierter Jazz Schlagzeuger und u.a. Leiter des Landesjugendjazzorchesters Bayern.

Seinen Ansatz kann ich nur als direkt, praxisorientiert und menschennah beschreiben. Ganz Improvisator entsteht bei Harald Rüschenbaum alles aus dem Moment heraus. Dieser Moment will selbst erfahren sein.

Klassisch ausgebildeten, an Improvisation interessierten Instrumentalisten empfehle ich unbedingt, nach einem Workshop mit Harald Rüschenbaum Ausschau zu halten. Ich verspreche: es wird keiner bereuen.

Aber auch für Kreative aus den Bereichen Rock, Pop und Jazz ist Harald Rüschenbaums authentische Vermittlungsmethode mit Sicherheit eine Bereicherung.

Die Tagesordnung bestimmen die Teilnehmer des Workshops selbst. Welche Themen behandelt werden, kann man auf einem bereitgestellten Flipchart notieren. Die Wunschthemen handelt Harald Rüschenbaum spontan und souverän ab. Aus dem ersten Begriff »Improvisation« wird gleich eine Übungsanweisung:

»Bitte alle aufstehen. Ihr habt 5 Minuten Zeit um 5 Menschen hier im Raum kennenzulernen. Ab …. jetzt!«

Den Begriff »Harmonielehre« kommentiert Harald Rüschenbaum mit nachdenklichem »Wow«. Er bittet einen Freiwilligen eine II-V-I Verbindung auf dem Klavier anzuspielen und befragt uns nach unserem Gefühl. »Wonach fühlt der letzte Akkord sich an: Aufstehen, Gehen, Hinsetzen«?

»Hinsetzen.«

»Tonika!« (Grundton)

Keine weiteren Fragen.

Ähnlich bildhaft verwandelt Rüschenbaum klassischerweise »trockene« Themen wie Harmonie, Melodie und Rhythmus durch Singen, Tanzen und Selbstprogrammierung in lebendige, erfahrbare Wesen. Die ansteckende Mitmach-Art seiner Übungen ist für die Musikschularbeit mit Kindern oder auch Gruppenarbeit in jedem anderen Kontext von Gemeinschaft wertvoll.

Musikvermittlung wird zum »Kinderspiel«.

»Körperlich gefühlte Musik«, so Rüschenbaum »ist selbsterklärend«.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Impulsreferat »Stressbalance und die 5 E’s«

Leistung? Ja gerne! Burn Out? Nein danke!

Referentin: Henriette Wouters-Schumbeck, Neuss

Internet: www.wouters-schumbeck.de

Das Impulsreferat »Stressbalance« war der meistbesuchte Workshop, den ich auf dem Kongress erlebt habe! Das spricht, ich muss sagen traurigerweise, für die  Relevanz des Themas.

Zu den häufigsten Ursachen von negativem Stress gehören nach Frau Wouters-Schumbeck »Knoten im Hirn« wie »nicht nein sagen können«, Fehleinschätzung der persönlichen Leistungsgrenze (»ich schaffe das schon…«), Mangel an bewussten Entspannungsphasen im Arbeitsalltag oder auch gegenseitige Kommunikations- und Wahrnehmungsdefizite.

Wie man Stress erfolgreich in Balance halten kann, erläutert Frau Wouters-Schumbeck entlang ihres Konzepts der fünf E’s:

  1. Emotionale Bewusstheit (Stresssignale frühzeitig erkennen)
  2. Einstellungsänderung
  3. Entspannung
  4. Entlastung
  5. Ernährung

Zum Thema Stressbalance bietet sie persönliches, professionelles Coaching an, oder auch Fortbildungen in Gruppen. Infos finden sich auf Frau Wouters-Schumbecks Webseite.

Ich selbst kann zu den genannten Themen folgende Klassiker der Coaching Literatur (i.S.v. Hilfe zur Selbsthilfe) empfehlen:

»Sage Nein ohne Skrupel« von Dr. Manuel J. Smith

»Effortless Mastery« von Kenny Werner

»Der Weg des Künstlers« von Julie Cameron

»Coach dich selbst sonst coacht dich keiner« und

»Coach dich selbst zu einer neuen Karriere«, beide von Talane Miedaner

Weitere interessante Buch- und DVD Empfehlungen sind auf meinem Blog www.PeterKahlenborn.de unter dem Reiter »Inspiration & Nützliches« zu finden.

Vortrag Inklusion: »Musik im Alter«

Ein neues Aufgabenfeld der Musikschulen

Referent: Prof. Dr. Hermann Wickel, Münster

Internet: www.dg-musikgeragogik.de

Auf diese Veranstaltung war nicht nur ich besonders neugierig: Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer fragten sich, was genau damit gemeint ist.

Eine neue Musiktherapie? Mach ich da Mundorgel-Singkreis? Meine Schlagzeugklasse begleitet das weihnachtliche Blockflötenkonzert im Seniorenheim? 😉

Keine Sorge.

Die in Münster vorgestellten Ansätze sind so vielfältig, dass sie sich nicht in wenigen Worte beschreiben lassen. Deutlich spürbar ist, dass die vorgestellten Projekte den jeweiligen Kollegen richtig Spaß machen. Dabei hatten auch sie anfangs manche Fragezeichen im Hinterkopf.

Für das neue Fach wurde der Begriff »Musikgeragogik« entwickelt.

Aber warum überhaupt »das neue Aufgabengebiet«? Prof. Dr. Wickel, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik, reagiert auf die Frage mit nüchternen Zahlen: Gemessen an der Gesamtbevölkerung steigt der Anteil älterer Menschen kontinuierlich. Statistisch betrachtet wird ein heute geborenes Mädchen im Durchschnitt 103 Jahre alt!

Prof. Dr. Wickel betont, dass es in der so genannten »Musikgeragogik« nicht um die Entwicklung allgemeiner Standards geht. Vielmehr ermutigt er, eigeninitiativ Konzepte »am Menschen und ihrer Situation entlang« zu entwickeln.

Erfahrungen zeigen auch hier, dass nachhaltig am besten funktioniert, was sich im Verlauf durchlebter Prozesse aus sich selbst heraus entwickelt. Sein Rat lautet: basierend auf diesem Wissen einfach mutig, mit Geduld und Vertrauen irgendwo anzufangen.

Interessenten, so Prof. Wickel, können sich bspw. an Mehrgenerationenhäuser, Alteneinrichtungen, Volkshochschulen, Senioren-Begegnungsstätten und Kirchengemeinden wenden.

Im Rahmen des Vortrags werden verschiedene, bereits praxiserprobte Konzepte vorgestellt. Dazu gehört durchaus der klassische Einzelunterricht. Eine Kollegin: »Das macht richtig Spaß. Stellen sie sich vor: die üben«!

Des Weiteren Projekte wie »Musikvermittlung als gemeinsame Hör- und Philosophierstunde«, Musizieren mit Demenzkranken (einzeln / in Gruppen), das Projekt »Unter 7 – Über 70« (Kinder und ältere Menschen in ein und demselben Ensemble), oder (Lehrer-) Konzerte für Demenzkranke und deren Angehörige.

Prof. Dr. Wickels Rat: »Tun Sie nichts, womit Sie sich nicht wohl fühlen, und nur das, was Ihnen tatsächlich Spaß macht«.

Zum übergeordneten Thema Inklusion macht er auf die »Potsdamer Erklärung« aufmerksam. Darin sind Hinweise zur  besonderen Situation bzgl. den Bedürfnissen älterer Menschen formuliert.

Weiterbildungsangebote zum Thema sind unter www.musikgeragogik.de zu finden. Für Fragen stellt Prof. Dr. Wickel folgende E-mail-Adresse zur Verfügung: wickel@fh-muenster.de .

Literaturempfehlungen:

Podiumsdiskussion »TIPP, TISA, CETA und mehr« (WDR Aufzeichnung)

Kulturelle Abrissbirne, Untergang des Abendlandes oder Sturm im Wasserglas?

Gesprächsteilnehmer:

Prof. Christian Höppner (Deutscher Kulturrat/Deutscher Musikrat

Raimund Barteln (Deutscher Städtetag

Marc Grandmontagne (Kulturpolitische Gesellschaft)

Rainer Bode (Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren)

Moderation: Matthias Pannes (Bundesgeschäftsführer des Verbandes deutscher Musikschulen)

 

Ein aktuelles und nach Einschätzung von Experten bedeutendes Thema! In dieser Podiumsdiskussion geht es um Handelsabkommen zwischen der EU, den USA und Kanada, namentlich TTIP, CETA und TISA, die aktuell in Verhandlung sind.

Im Rahmen dieser Abkommen, so befürchten Experten, werden Bildung und Kultur per Gesetz zur Ware, deren Wert nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt wird. Und das europaweit.

So könnte bspw. ein privates Franchise Unternehmen XY vor einzurichtenden Schiedsstellen gegen die öffentliche Förderung einer kommunalen Musikschule im gleichen Ort klagen und die Förderung als unzulässigen Wettbewerbsvorteil gesetzlich unterbinden.

Diese Wirtschaftsabkommen sollen noch 2015 unter Dach und Fach kommen.

Was Kulturschaffende und Verbände besonders beunruhigt ist, dass die Verhandlungen geheim und unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden. Inzwischen, so berichtet Prof. Christian Höppner, Vorsitzender des Deutschen Musikrats, fühlen sich selbst EU-Abgeordnete bewusst desinformiert.

Nachdem jedoch was bekannt ist, ist zu befürchten dass die politische Entscheidungsfreiheit der Kommunen auch in anderen Bereichen drastisch beschnitten wird.

Das man insgesamt nur spekulativ argumentieren kann, so die Diskussionsteilnehmer, behindere den demokratischen Meinungsbildungsprozess besonders.

Die verschiedenen Verbände fordern Transparenz, eine offen geführte Diskussion und demokratisch gesteuerte Entscheidungsprozesse.

Informationen, Arbeitsmaterialien und das Programm des TTIP Aktionstages am 21.05.2015 sind zu finden unter www.stop-ttip.org

Persönliches Fazit

Für den Besuch künftiger Kongresse und ähnlicher Veranstaltungen des VdM werbe ich explizit. Das Forum bietet viel wertvolle Informationen, Fortbildungsmöglichkeiten und ein buntes Rahmenprogramm.

Erfreulich, dass veranstaltungsübergreifend besonders die Menschen in ihrer Individualität als wesentliche Säulen erfolgreicher Musikschularbeit gesehen werden.

Das Feedback von Lehrkräften, Eltern und Schülern angeschlossener Schulen oder auch interessierten Laien ist beim VdM übrigens jederzeit ausdrücklich erwünscht!

Den Austausch in Münster mit großen und kleineren Menschen von 6-80 plus fand ich sehr bereichernd. Die in den Workshops gegebenen Anregungen werden meine Arbeit als Musiker wie Musikvermittler nachhaltig bereichern.

Ein Hinweis für Musikschulkräfte: die Kongressgebühren (110 €) und anfallende Fahrtkosten können in der Regel als Fortbildungskosten von der Musikschule erstattet werden.

Noch ein persönlicher Spartipp: wegen des Bahnstreiks bin ich umgestiegen und das erste Mal mit dem Fernbus gereist. Das war eine unterhaltsame Erfahrung: symphatische Menschen aller Altersgruppen, freundliche Fahrer, WLAN und Steckdose am Platz, saubere Toilette im Bus. Es gibt günstige Snacks und Getränke. Bezahlt wird in eine »Vertrauenskasse«. Die Fahrt Köln – Münster  hin- und zurück hat 28 € gekostet.

»Gezellig« mit dem Fernbus

Zum guten Schluss: wenn du Informationen in diesem Beitrag hilfreich findest,  teile den Beitrag mit Freunden, und gib gute Informationen weiter.

How About You?

Du warst auf dem Kongress und kannst die Infos ergänzen?

Welche Erfahrungen / Infos rund um das Thema »Musikschule« kannst du weitergeben? Kannst du Fortbildungen empfehlen?

Nutze die Kommentar Option und gib nützliche Anregungen an andere weiter. Danke!

Erfinden wir (Musik-) Schule neu – initiativ und eigenverantwortlich, jeder für sich als auch im Team mit anderen. In diesem Sinne.

Ich wünsche dir wie immer eine inspirierte Zeit – sei dein eigener Meister!

Peter

PS.: Der nächste Musikschulkongress findet vom 19.-21. Mai 2017 in Stuttgart statt

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Ergänzende Hinweise:

»Song für eine Welt« – Song Contest zum Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik

Einsendeschluss: 31.06.2015

Internet: www.eineweltsong.de

Email: songcontest@engagement-global.de

Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren

»Der Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik ruft jungen Menschen dazu auf, sich Gedanken über Fragen der Globalen Entwicklung zu machen und Verantwortung für die EINE WELT zu übernehmen. In diesem Jahr wird der Schulwettbewerb zum ersten Mal von einem Song Contest begleitet«.

»Tag der kulturellen Vielfalt und Aktionstag gegen TTIP«

Wann: 21.05.2015

Wo: bundesweit

Internet: www.tag-gegen-ttip.de

Veranstalter: Deutscher Kulturrat e.V.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit: »Die Europäische Kommission verhandelt mit der amerikanischen Regierung über die größte Freihandelszone der Welt (TTIP). Ziel ist es, alle vermeintlichen Handelshemmnisse zwischen beiden Wirtschaftsräumen abzubauen. Kulturelle Vielfalt, so scheint es, ist geschäftsschädigend«.

Kultur ist keine Ware, und Bildung keine Dienstleistung nach rein Marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Kultur braucht kein TTIP.

»Spektrum Inklusion«

Tagung für Musikschulleitungen und Lehrkräfte, Studierende und alle am Thema Interessierten

Wann: 17.Sept.2015 | 9:30 – 17.30 h

Wo: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstraße 50, 44147 Dortmund

Internet: www.musikschulen.de

Ansprechpartnerin: Britta Schütz

Telefon: 0228/95706-18

Email: schuetz@musikschulen.de

»Ziel der Tagung ist die Besonderheit von Beschäftigung mit Musik anderer Kulturen verständlich zu machen, und gleichberechtigte Tableaus für die unterschiedlichen musikalischen Kulturen zu schaffen. Gerade von den Unterschieden und Gegensätzen wie Musik gehört, gespielt und gelernt wird, können die Kulturen untereinander profitieren«.

5 Kommentare

  1. Veröffentlich von Sebastian Netta am 19. Mai 2015 um 10:06

    Und anschließend haben wir noch bei mir Kaffe auf dem Balkon getrunken!! Danke für diesen Einblick in den Workshop. Gut dass Du das machst!!! Gruß aus Münster

    • Veröffentlich von Peter Kahlenborn am 19. Mai 2015 um 10:46

      Jaa! War gut Dich zu treffen! Inspirierender Kaffee. Und danke für den Hut 😉 lG auf bald!

  2. Veröffentlich von Thomas Aldenhoff am 19. Mai 2015 um 13:51

    Sehr passende und motivierende Beschreibung – kann ich als erstmalig an dem Musikschulkongress teilgenommener Musiklehrer komplett bestätigen, Klasse 🙂

    • Veröffentlich von Peter Kahlenborn am 20. Mai 2015 um 21:51

      Danke Thomas für das positive Feedback! Ich war auch das erste Mal da 🙂

  3. Veröffentlich von didi dingsda am 20. Mai 2015 um 20:18

    Super! Danke!

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