Traumberuf Bauer – vom Sterne Koch über Sozialarbeit zum Popkurs

Traumberuf Bauer - vom Sterne Koch über Sozialarbeit zum Popkurs

 

»Wenn du selbst nicht an dich glaubst, wer dann?«

Wenn du ein Musikinstrument lernst, ist ein Musik freundliches Umfeld von größter Bedeutung. So manche vermeintliche Kleinigkeit, skurril erscheinende Begebenheit oder Unterhaltung ist bedeutsam, so mancher »schrullige« Typ im Land rettet die Kultur, und schließt Lücken des Bildungssystems.

Das Statement eines Lehrers, oder ein einzelnes Konzerterlebnis können das Leben für immer verändern. Es sind die ganz normalen Besonderheiten des Lebens, die dich zu dem machen was du bist.

Gut zu wissen!

Eine kleine Rückschau …

Mozart und die Musik im Ohr

Als kleiner Junge bin ich außer von Bauernhöfen (Traumberuf Bauer) von nichts so begeistert wie von Musik. Mein erster Einfluss ist klassische Musik, insbesondere Werke von Mozart und Schubert. Ich möchte Komponist werden – aber weil ich noch keine Noten lesen kann, schreibt meine ältere Schwester das »Erimprovisierte« für mich auf.

Wenn auch unbewusst, leuchtet mir eigentlich gar nicht so richtig ein, warum man Musik überhaupt in Noten aufschreibt ? Wo man sie doch im Kopf (oder Ohr) hat? Einfach so – ohne angestrengtes Dazutun?

Ich höre etwas, und spiele es nach. So lerne ich am liebsten – und am besten. Bedingt durch die Spätfolgen eines Unfalls kommt das Klavier als Hauptinstrument später leider nicht in Frage.

Franziskaner Kloster und Improvisation im Kopf

Erste musikalische Erfahrungen sammle ich in Schule und Pfarrei. Nachmittags gehe ich ins Franziskaner Kloster und spiele den freundlichen Patres meine neueste Komposition auf dem Glockenspiel vor.

Mit 9 Jahren komponiere ich begeistert eine »Schulmesse« und werde vom WDR in die Kindersendung »Rotlicht« eingeladen – mit 11 Jahren nehme ich das erste Mal an einer Studio Aufnahme teil. Auf die Single mit dem Schulorchester bin ich später mächtig stolz.

Improvisation macht mir immer schon Spaß. Unter Chorleitern bin ich »gefürchtet« für das spontane Improvisieren schwungvoll vorgetragener Zweitstimmen abseits vom Notentext. Als mir immer wieder nahe gelegt wird, das zu unterlassen, verlagere ich das Improvisieren zunächst mal in den Kopf.

Geheimnisvolle Aura

Musikinstrumente sind für mich grundsätzlich von einer geheimnisvollen Aura umgeben: sei es eine verstoßene Trompete, die glänzende »Mini Posaune«* im Schaufenster des Musikhändlers, eine verlassene »Hawai Gitarre« (Pedal Steel) aus der Nachbarschaft, oder die Bontempi Orgel meiner Kusine – nichts ist vor mir sicher. Ich MUSS ausprobieren, was sich damit anstellen lässt.

*Hier erklärt der Kollege Trent Hamilton was genau es damit auf sich hat!

Big Band – Konkurrenz für Mozart

Inspiriert durch ein Big Band Live Konzert entdecke ich eine besondere Affinität zu Schlaginstrumenten, was mein Interesse für – so lerne ich jetzt – »Popmusik« weckt.

Den ersten Schlagzeug Unterricht erhalte ich bei dem leider früh verstorbenen Herbert Bings und später an der Rheinischen Musikschule Köln bei Edgar Fröhlich (Kölner Gürzenich Orchester), Sperie Karas (WDR Big Band) und Thomas Witzmann (Freelance, Komponist).

Kaffee und Zigarette bei Bruno

Die Freistunden und Nachmittage der Oberstufenphase verbringe ich in dem winzig kleinen Laden des lokalen Musikhändlers. Hier gibt es immer einen Kaffee, eine Zigarette, ein gutes Gespräch – und es gibt die neusten Camel und Genesis Platten zu hören.

Bei »Bruno«, vollbärtiger Eifel (Jazz) Rocker, Musikästhet und lokaler Kulturrevolutionär, trifft sich der Nachwuchs der Szene. Hier knüpfe ich wichtige Kontakte, die zu ersten Bands mit so klangvollen Namen wie »Geistiger Frühling« führen. Ich höre zum ersten mal das Wort »Jazz«, und von einer sagenumwobenen Gruppe namens »Wheather Report«, deren Platten kaum zu bekommen sind.

Nach den Umwegen »Versuch Koch« (10. Klasse), dann doch lieber weiter Richtung Abitur, nach der 12. Studienversuch »Sozialarbeit« (wo ich den Großteil der Vorlesungszeit mit Cordula Stratmann kichernd, und in lustige Rollenspiele vertieft verbringe) entscheide ich mich endgültig für Musik. Nachdem ich eine Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Hamburg bestehe, darf ich am »Modellversuch Popularmusik«, dem ersten Studiengang seiner Art in Deutschland teilnehmen! Ich bin selig. Endlich eine Perspektive – ich bekomme eine erste Vorahnung davon, wer und was ich eigentlich bin.

Grenzenlos

Hier trifft alles zusammen: Rock, Pop, Studio / Aufnahme Technik, Liedermacher und Jazz – es gibt viele junge Gleichgesinnte, und ein buntes Team hochkarätiger Profis. Musiker wie Konstantin Wecker, Udo Dahmen (Kraan), Herb Geller, Erich Bachträgel, Siggi Busch, Manfred Schoof und Peter Weihe, tragen mit viel persönlichem Engagement dazu bei, Pop, Rock und Jazz im Rahmen der Hochschulausbildung salonfähig zu machen.

Für mich wird die Aufbruchsstimmung, geprägt vom offenen Geist dieser Leute eine total inspirierende Zeit. Jeder probiert mit jedem, und vermeintlich verschiedene Sparten vermischen sich zu »einfach Musik«.

Eine der wichtigsten Botschaften die ich mitnehme ist ein Ausspruch von Dieter Glawischnig (Jazz Pianist):

»Wenn du selbst nicht an dich glaubst, wer dann?«

 

In diesem Sinne : )

 

Peter

 

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